Lege und die Wahrheit der TK Pizzabaguettes

von Johanna Graubmann, Pauline Frey und Ellen Judl

TK Pizzabaguettes – Katalysator ins Krankenhaus?

Stark verarbeitete Lebensmittel sind Produkte wie Chips, Süßigkeiten, Softdrinks, viele Frühstücksprodukte oder in diesem Fall Pizzabaguettes, also Fertiggerichte. Sie enthalten oft viel Zucker, Salz und ungesunde Fette, aber nur wenige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Enzyme sind Biokatalysatoren, die die Aktivierungsenergie herabsetzen und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen. Bei der enzymatischen Hydrolyse werden die Nährstoffe unter Aufnahme von Wasser in kleinere Bestandteile gespalten, damit sie im Dünndarm resorbiert werden können[1]. Deshalb sättigen stark verarbeitete Produkte meist nur kurz und werden schnell wieder gegessen.

Eine häufige Folge ist Übergewicht. Da diese Lebensmittel viele Kalorien enthalten, aber wenig lange satt machen, isst man schnell mehr als nötig[3][4]. Der Massenanteil w gibt an, welcher Anteil der Gesamtmasse eines Lebensmittels auf einen bestimmten Inhaltsstoff entfällt. Er berechnet sich aus der Masse des Inhaltsstoffs (x) geteilt durch die Gesamtmasse des Stoffgemisches[1].

w = \frac{m(x)}{m(\text{Stoffgemisch})}

Die Energiebilanz beschreibt das Verhältnis zwischen aufgenommener Energie durch Nahrung und verbrauchter Energie durch Stoffwechsel, Bewegung und Wärmeproduktion[1]. Wenn mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird, kann das zu Gewichtszunahme führen. Auch der Blutzucker kann stark schwanken, was zu Müdigkeit, Heißhunger und Konzentrationsproblemen führen kann.

Langfristig können stark verarbeitete Lebensmittel das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöhen. Dazu gehören vor allem Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein hoher Salzgehalt beansprucht das Herz und die Gefäße, während viel Zucker und ungesunde Fette den Körper zusätzlich belasten können[3][4].

Auch im Alltag machen sich die Folgen bemerkbar. Manche Menschen fühlen sich nach solchen Lebensmitteln schnell schlapp oder unkonzentriert. Andere bekommen Verdauungsprobleme, weil wichtige Ballaststoffe fehlen[3][4]. Diese sind unverdaulich, binden aber Wasser und sorgen für eine längere Verweildauer des Speisebreis im Magen und Darm. Essenzielle Nahrungsbestandteile sind lebenswichtige Nahrungsbestandteile, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Dazu gehören Mineralstoffe, viele Vitamine und Aminosäuren sowie einige ungesättigte Fettsäuren[1]. Wenn frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Vollkornprodukte zu selten gegessen werden, kann das die Ernährung insgesamt einseitig machen.

Im Kindesalter ist das besonders wichtig, weil sich Körper und Gehirn noch entwickeln. Wer früh oft zu stark verarbeiteten Lebensmitteln greift, gewöhnt sich leichter an süße oder sehr salzige Produkte. Das kann spätere Essgewohnheiten beeinflussen[3][4].

Eine geringere Energiedichte bedeutet, dass ein Lebensmittel pro Gramm weniger Energie, also weniger Kalorien enthält[1]. Solche Lebensmittel machen oft besser satt, weil man mehr Volumen essen kann, ohne sehr viele Kalorien aufzunehmen. Gesünder ist also eine Ernährung mit möglichst vielen frischen und wenig verarbeiteten Lebensmitteln mit geringer Energiedichte. Dazu gehören Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Wasser statt Softdrinks[3][4]. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken.

Phosphat – Wichtiges Mineral oder Todeszusatz?

Gesunde Ernährung liegt den meisten Menschen am Herzen, doch bei den kleingedruckten „E-Zusätzen“, (wie z.B. E-339 „Natriumphosphat“), findet das Wissen und der gute Grundsatz oft schnell seine Grenzen.

Bei den Zusätzen handelt es sich um künstliche Phosphate, welche in Lebensmitteln wie Fleisch, Schmelzkäse, Backpulver und vielem Mehr gefunden werden können. Sie werden dabei als Geschmacksverstärker, Stabilisatoren und sogar als Konservierungsstoffe eingesetzt[11].

Phosphate gehören zu den Mineralsalzen und damit zu den Mikronährstoffen, welche an viele Funktionen beteiligt sind. Im Gegensatz zum natürlichen Phosphat, welches kontrolliert im Körper absorbiert wird, um als Knochenstabilisator, DNA-/ oder Energieträgerbestandteil (ATP Adenosintriphosphat) zu fungieren[6], passiert dieser Vorgang beim Synthetischen unkontrolliert und schädigt somit unserem Körper.

Die negativen Auswirkungen auf unseren Körper sind hierbei nicht zu übersehen. Während milde Folgen wie Bluthochdruck sich bereits nach kurzer Zeit messen lassen, erhöht sich auf lange Sicht das Osteoporose (Knochenschwund) Risiko. Das lässt sich auf das Hormon Parathormon zurückführen, welches bei Phosphatungleichgewicht von den Schilddrüsen emittiert wird und den Knochenabbau fördert[11]. Besonders gefährlich ist das Mineral bei Menschen mit Niereninsuffizienz, da ihre Nieren nicht mehr in der Lage sind den Spiegel zu regeln und der Körper den Folgen des Phosphatüberschusses wie Osteoporose oder „HADD“ (Gefäßablagerungen aus Calcium und Phosphat) unterliegt[5].

Aufgrund von mangelnder Kennzeichnung, ist die tolerierbare und gesunde Tagesmenge von 700mg bereits schnell überschritten[7]. Ein Liter Cola, welche Phosphorsäure als Säuerungsmittel enthält, würde dafür bereits ausreichen[10]. Dabei ist dieses nur ein Beispiel für viele phosphathaltige Produkte. 

Ganz vermeiden lässt sich Phosphat in unserer Ernährung jedoch nicht, denn bis zu einem gewissen Wert ist es sogar essenziell für unseren Körper[11]. Um sich jedoch vor einem übermäßigen Konsum zu schützen, hilft oft schon ein kritischer Blick auf die E-Zusätze. Wer sich dennoch selbst vom Phosphatgehalt in seinen Produkten überzeugen möchte kann das einfach durch sogenannte Schnelltests[6][8] (halb-quantitative Analyse) prüfen.

Phosphor Vorkommen und Gehalt in Lebensmitteln [9]
Angaben in mg Phosphat pro 100 g bzw. 100 ml

[1] E. Hollweck und T. Weingand, Chemie 11 NTG, C.C. Buchner,
Bamberg, 2023, 80-99

[2] ZDFbesseresser, Fake Französisch: Sebastian backt das belegte Billigbaguette aus der Tiefkühltruhe nach., 15.12.2022,  Video [YouTube]

[3] N. Podbrega, Fertigprodukte erschweren das Abnehmen, scinexx.de, gef. 03/2026

[4] C. Krapp, Wie Ballaststoffe gegen Übergewicht helfen können, scinexx.de, gef. 03/2026

[5] Prof. Dr. med. E. Ritz, Dr. med. K. Hahn, Prof. Dr. med. M. Ketteler, Prof. Dr. med. M. K. Kuhlmann, Prof. Dr. med. J. Mann, Gesundheitsrisiko durch Phosphatzusätze in Nahrungsmitteln, aerzteblatt.de, gef. 05/2026

[6] E. Hollweck und T. Weingand, Chemie 11 NTG, C.C. Buchner,
Bamberg, 2023, 34 und 60

[7] Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenvorschläge für Phosphor/Phosphat in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmittel, bfr.bund.de, gef. 05/2026

[8] Amazon, Salifert Phosphate Test Kit, amazon.de, gef. 05/2026

[9] DFG Senatskommission zur gesundheitlichen Bewertung von Lebensmitteln (SKLM), Phosphatexposition über Lebensmittel – Perspektiven zum Schutz empflindlicher Bevölkerungsgruppen, dfg.de, gef. 04/2026

[10] Bernd Leitenberger, Was ist drin… in Cola, bernd-leitenberger.de, gef. 05/2026

[11] Maria Köpf, Phosphate in Lebensmitteln und ihre Auswirkungen, zentrum-der-gesundheit.de, gef. 05/2026

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert